Weihnachten !! Süßes allüberall. Und was die Weihnachtsgeschichte mit der Heilung vom Magenschmerz zu tun haben könnte....














Zwischen den vierten Advent und den Heiligen Abend hat der Kalender eine Gnadenfrist gestellt, die die psychische Umstellung auf das Fest und seine Feiertage leicht macht. Die normale Arbeit verdünnisiert sich, d.h. sie wird weniger und verliert an Ernsthaftigkeit. So in unserem Fall die Berichterstattung über aktuelle Ausstellungen in der süddeutschen Region. Eigentlich immer lohnt sich ja ein Blick in das Augburger Maximilianmuseum, hübsch, modern, stadtgeschichtlich – mit Sonderausstellungen zum Thema Augsburg und Augsburgisches irgendwo und überall in der Welt. Während vor einiger Zeit noch das Zarensilber Augsburgische Prachtentfaltung zur Schau stellte, lockt jetzt die winzige, bunt bewimpelte Ausstellung „Der friedliche Drache“ über die Textilkunst und -tradition des Königreichs Bhutan in die Josefinenstraße.


Wer gerne bunte Bändchen am Handgelenk trägt und Interesse an Teppichen und Webkunst hat, kann hier ergiebig herumschnuppern. Großformatige Fotografien und Schmuckgegenstände geben darüberhinaus ein Beispiel für die erschreckende Überlast mitgeschlepperter Traditionen, die vor allem zur Identitätsstiftung für die kleine, arme und bäuerliche Bevölkerung dienen und bei den nahezu ekstatisch überinszenierten Augsburger Eröffnungszeremonien auch von der Königsfamilie persönlich vorgestellt wurden. Die Königin der konstitutionellen Monarchie interessiert sich offenbar für die Textilkunst ihres Landes und zeigt diese auf einigen der Ausstellungsfotografien freundlich als Modell. Ein passender Shop im Maxmuseum bietet entsprechende Accessoires an, die sich auch als Weihnachts- oder Neujahrsgeschenk hervorragend eignen, die Affinität zu Asiatischem oder Folkloristischem vorausgesetzt.


Esoterisch Orientierte interessieren sich vielleicht für die Rolle von Türkisgestein, das in Bhutan für Schmuck verwendet wird und an dessen heilende Kraft man dort – traditionsgemäß – glaubt. Insgesamt wenig überraschend – Türkisschmuck kennt man in hieisgen Landen seit Jahren – schon immer von dort? - die bunt gewebten Armbändchen Teppich, Taschen und Tücher erinnern hingegen stark an die Kultur der südamerikanischen Hochländer, insbesondere die Anden Perus.


Die seltsame Übereinstimmung kommt woher? Material und Farbenkundliches über Webarbeiten in Bergdörfern jenseits politischer Kultur fehlt jedoch fast, die Traditionsgegenstände werden in der Ausstellung innerhalb weniger historischer Bemerkungen vorgeführt und inszeniert. Mit den Eröffnungsfeierlichkeiten, die durch den Besuch der Königsfamilie geprägt waren, sind somit wesentliche Züge der Präsentation bereits vorbei. Also mehr ein personenbezogenes Event? Das Königshaus durch die hiesigen Textiltraditionen quasi persönlich von Augsburg angezogen oder sogar persönlich eingeladen?


Hoffentlich keine politische Geste, - quasi ein Hinweis, dass man durch jahrelange Vereinfachung der Regierungsform zur monarchischen Diktatur wirtschaftliche und kulturelle Fortschritte durchsetzen kann, die dann nach einigen Jahren der Härte – auch wieder eine Regierung „am langen Zügel“ erlauben....Stadtregierung, lass dir nicht so auf die Finger schauen... der neue Augsburger Knecht Rupprecht, mit Gesellen, Reisigpeitsche und prall gefülltem Säckel, hat durch die jüngsten Openings zumindest deutlich gemacht, welches Programm nun die Augsburger Kunstsammlungen und Museen vor der Umwandlung in Umkleidekabinen für Boxer, Reiter, Schwertkämpfer und Ballerinen schützen kann: Einladen, einladen, einladen.


Private Finanziers, Sammler und Sponsoren, nutzen die Gelegenheit des Solidaritätsbedarfs und inszenieren sich gesellig in den Räumlichkeiten von Kultur und Künsten. Der Regierungswechsel wird quasi sofort sichtbar, nahezu ausgestellt, die Entscheider wie vom soliden Transportschiff aus deutscher Werft quasi auf schicke Segeljollen mit fraglicher Hochseetauglichkeit versetzt. Immerhin geht es schon Ende Januar in der Neuen Galerie – nach einem vergnüglichen und sehr weihnachtlichen Intermezzo mit der Sammlung Greisinger („Cafe Drexl“) mit der Künstlerin Kotek weiter, von der bereits einige Werke im Bestand des H2 sind.


Das Schaezlerpalais wird die BesucherInnen mit „Entdeckungen“ (man beachte die subtile Differenz zum zu erwartenden Titel „Meisterwerke“) aus den eigenen Beständen zum 19. Jahrhundert überraschen. Außerdem eine Reihe „Schatzstücke“ , in der einzelne Objekte aus den Museumsbeständen vorgestellt werden und „Antikes am Abend“ jeweils dienstags um 18.00 Uhr im Römischen Museum: Pfeilergrabmäler, Tierfiguren, Tafelgeschirr...Die Veranstaltung benötigt vielleicht noch den gelegentlichen Besuch von Agents provocateurs, um sich thematisch von der - bös gesagt - paläontologischen Pflicht zur kulturtheoretisch reflektierten Kür zu emanzipieren....Keine Informationen findet man im Quartalsprogrammheft zu den „Klanghalle“ Veranstaltungen im H2, hoffentlich wegen der gewissen Unvorhersehbarkeit von Terminen mit freiberuflichen Musikern und nicht, weil diese romantische Allusion auf Donaueschingen nicht fortgesetzt würde....


Die Bedeutung ebensolcher historischer Studien, die den Blick vielleicht auch einmal von der Beschreibung des Gegenstandes zu einem Blick auf dessen Kontext verleiten, liegt gerade um Weihnachten herum nahe, wenn „wir“, d.h. die wenigen Protestanten, gläubig oder ungläubig, am vierten Adventssonntag das Lukas-Evanglium lesen – als Erwachsene statt unter der fürsorglichen Anleitung von Interpreten – und wie zu erwarten war, strenggenommen entsetzt.


SuperRTL hat offenbar – wie der Redaktionssitz in NRW erwarten ließ, ebenso JournalistInnen in der Redaktion, die solcher Traditionen und Bildungsinteressen gelegentlich eingedenk sind und dasselbe Unwohlsein empfinden, sobald sie diese beherzigen. Der entsetzlich schlechte Zweiteiler vom Vierten Advent über „Jesus von Nazareth“, eine schlechte Zusammenstellung mittelmäßiger amerikanischer Forschung – nahm sich auf jeden Fall der Frage an, die sich für LeserInnen aufdrängt: Wie konnten diese biografischen Nachberichte über einen rhetorisch aggressiven Wunderheiler eine Staatsreligion begründen? Aber anstatt das hochgradig naheliegende Thema der medizinischen Kompetenz von Jesus wirklich zu erforschen, kolportiert der Bericht lediglich das oberflächliche Wissen über Hygiene und Gesundheitsversorgung im Jerusalem seiner Zeit. Insbesondere Hygienemängel und die „psychosomatischen“ Annahmen des Hochmittelalters (also aus viel späterer Zeit) werden in den Zeitraum zurückprojiziert, der doch mit den „Wunderheilungen“ eher überforderte Placebo-Effekt mitsamt einer Rhetorik der körperlichen Nähe als Erklärung herangezogen. Schon rudimentäres historisches Wissen aber legt es nahe, sich aus den Mauern von Kumran, Jericho und Jerusalem hinauszubewegen und sich an die Medizin der Griechen und Pharaonen zu erinnern. Das Wissen, Fähigkeiten – einschließlich medizinischer – und Herkunft einen Ursprung haben, der zu heilig und zu hoch ist, um sich X-Beliebigem darlegen zu lassen – ist der wesentlich mythische Zug der Evangelien-Erzählung.


Für zeitgenössische Forschung sollte das eigentlich heißen, gerade diesen Aspekt aus seiner Sagenhaftigkeit herauszuholen. Das begründet natürlich keine neuen Mythen, die solche Forschung nützlich erscheinen lassen könnte – wie z.B. ein Wiederbeleben des Autoritätsglaubens als medizinisches Therapeutikum, das der SuperRTL-Bericht offenbar viel eher intendierte.


Die Degen eration von medizinischem Wissen auf das Niveau „primitiver“, eben wundergläubiger Kulturen, zeigt sich am Asklepios-Kult, von dem der Film berichtet. Der griechische Erdgott in Schlangen- oder Eidechsengestalt wird erwähnt bei Homer, Hesiod, Pindar und Euripides, die

ihn allerdings durch einen Blitz des Zeus sterben lassen, während er auf der Insel Kreta als Wunderheiler galt, der Glaukos, den Sohn des König Minos, wieder zum Leben erweckte. Die Insel Kreta war in antiker Zeit das Handelszentrum des Mittelmeerraumes, das für die Ägypter den Handel in der Region übernommen hatte. Die Spuren der Überlieferung sind also relativ leicht nachvollziehbar. Kommt aber Asklepios über die Beziehungen zu Ägypten in Nazareth an, fragt man sich, wie das übrige Wissen der Ägypter vollends verschwinden konnte – insbesondere über Salben und Pflanzen, also das schwierige pharmazeutische Wissen, im Gegensatz zum Chirugischen nicht visuell nachvollziehbar. Statt sich in der Tempelschule auf Religion zu konzentrieren, hat Jesus bzw. das mögliche historische Vorbild der Evangelienerzählung also vielleicht einfach in medizinischen „Berichten“ geschmökert, die aus griechisch-ägyptischen Rollenbeständen überliefert waren. Ebenso gut möglich ist es, dass er kein einfacher Handwerker aus einem Fischerdorf war sondern ehemals Handlungsreisender, der das griechisch-ägyptische Wissen aus der Zeit dieser Hochkulturen vor Ort zur Kenntnis nahm. Das Evangelium macht auf jeden Fall deutlich, dass er über seine Heilkunst keinerlei Erklärungen abgab sondern sich mit deren Hilfe mystifizierte.


Dass Wunderheiler zu seiner Zeit bekannt und „üblich“ waren, spricht nur dafür, dass er nicht nur mit Placebo-Effekten und Rhetorik vorging, sondern aus irgendwelchen Gründen überzeugender war – da die Erzählung diesen Aspekt aber gerade unterschlägt und mehr dazu neigt, die Figur auf ihre eigentlich gewöhnlichen Verblüffungseffekte in Sprache und Wirkung zu reduzieren, liest sich der Text auch als Versuch, zu popularisieren und zu verallgemeinern und gleichzeitig ins Unerreichbare zu überhöhen. Sich mit dieser Startegie als echte Besonderheit durchzusetzen - quasi obwohl das mystifizeirte Wunderheilen in den Grundzügen *üblich* war - war wahrscheinlich aufgrund einer echten, verschleierten Wissensbasis möglich gewesen. Man kann also vermuten, dass Jesus Kenntnis von der Wirkung natürlicher Sulfonamide hatte, also Schimmelpilze als Antibiotikum zu nutzen wusste.


Jesus wäre dann allerdings ein Beispiel für einen „Arzt“, der aus Werbezwecken innerhalb einer primitiv gewordenen Gesellschaft sein Wissen den äußeren Umständen anpasst und verbirgt - anders als z.B. Hippokrates, der wie alle Griechen um Nachvollziehbarkeit bemüht war. Anders als die Ärzte und Pharmazeuten der asiatischen Herrscher und der ägyptischen Pharaonen war er mit diesem Wissen nicht quasi exklusiv für den Kreis einer kleinen Elite tätig sondern eben für alle. Man fragt sich strenggenommen auch, ob er als Allgemeinmediziner nicht vielleicht auch Honorare von den behandelten Patienten nahm, seine Werbung also wirklich brauchte? Das wäre ihm ja nicht übel zu nehmen, und auch die Selbstinszenierung vielleicht weniger ihm als denen, die sie im Nachhinein instrumentalisierten.


Vorträge über die bakterientötende Wirkung von Salben, nachgewiesen durch die Mumifizierung von Leichen und vielleicht unter Verwendung von Schimmelpilzen, hätten die Fischer von Kapernaum wahrscheinlich kaum begeistert. Diese waren immerhin so unbedarft, dass sie nicht selbst auf die Idee kamen, den Zeitpunkt der Ausfahrt auf See gelegentlich zu variieren, sodass die Anpassung der Fische an die üblichen Störzeiten den Fang nicht mehr behindern konnte. Dieser Ratschlag lässt sich im Evangelium als Wunder verkaufen !



Gegessen: Wundergeschichten vom Fischfang


Jesus' religiöse Streitigkeiten gegen die „Schriftgelehrten“, von denen er vielleicht tatsächlich eine Entmystifizierung seiner Heilpraktiken fürchtete, und die Kreuzigungserzählung – nebenbei trägt er im Lukas-Evengelium sein Kreuz nicht selbst und wird nahezu aufgrund einer Verwechslung verurteilt – ermöglicht es im Evangelium, die gesamte Erzählung ins Religiöse zu versenken wie die Hefe ins Mehl. Womit dann, was vielleicht Heilkunst und medizinisches Wissen war, für Jahrhunderte auf Willkür (von Gott, Kirche und Vaterland) und festgeschrieben und als Wissen – z.B. der „weisen Frauen“ oder Hexen negativ konnotiert und verfolgt wurde, nur mühsam wiederbelebt durch die befreiende Kraft lohnenswerter Popularisierungsmöglichkeiten, wie der Gutenberg'sche Buchdruck als Basis von Büchern – z.B. der Anatomie von Versalius - und eigentlich erst im 19./20. Jahrhundert allgemein und quasi unabwendbar erfolgreich durch die Entdeckung und Nutzung von Penicilin und Chloroform, also Antibiotika und Anästhetika, die pharmazeutischen Wundermittel, die unsere moderne Kultur fundamental von der Primitivmedizin der Naturvölker unterscheiden, so gut diese auch auf ihre individuellen Lebensumstände eingestellt sind. Der Weihnachtsmann von Coca-Cola, das Evangelium eine Dezivilisation, eine Katastrophe.


Wir brauchen also Glückshormone, um uns wieder wohlzufühlen, da ja im 20. Jahrhundert ausgleichende Katstrophen wie die nationalsozialistischen Ideologien die kleinen Fortschritte der Verwissenschaftlichung wieder rückgängig machten. Immerhin zeigt sich noch heute, dass die Anhäufung von statistischen Daten, für die die nationalsozialistische Forschung mitunter auch posthum noch gelobt wird (!), dem metaphorisch-Blinden nichts nützen wird, der eben auch bereit ist, sich allein auf Autorität und Wissensanpassnung zu stützen, dadurch sogar gesund zu werden bzw. sich, gemäß eigener Verlautbarung wenn möglich - „besser zu fühlen“. Versuchstiere sind ein gutes Beispiel dafür, wie Tiere gefoltert werden und sterben um Wissen in Bibliotheksbüchern abzustellen, die kaum ein Arzt je liest, weil es als allgemein behandelnder Kleintiermediziner hinreichend ist, nett zu sein und gut genug auszusehen. Hingegen dürfen Geringverdiener aktuell kritisches Wissen anreichern, wie z.B. die Menschen, die bei soweit man weiß, arbeitsrechtlich eher schwierigen Billigläden wie Kik und Cadi kaufen. Dort gibt es Suhrkamp-Publikationen über psychische Folgen des Nationalsozialismus oder den neuesten Politschmöker von Gregor Gysi für jeweils ca einen Euro, also zum Verschenken und Selbstlesen. Die (fünfköpfige?) „Elite“ des Augsburger Bürgertums, die zu Weihnachten schnell einmal einen Tausender hinlegen können, kaufen stattdessen historische Stadtchroniken und vergoldete Becher etc. auf dem Fugger'schen Weihnachtsbasar (im Schaezlerpalais, wo sonst....).


Was also kann uns helfen, außer, wie einstmals Marie Antoinette es empfahl, kurz bevor ihr eigener Kopf ins Nirwana rollte, „Kuchen zu essen“? Ein Stück Kuchen ist, was Kalorien betrifft, einschätzbarer als tausend Kekse. Darum haben wir, auf der primitiven Basis von Aldi-Backmischungen für 99 ct, drei weihnachtlich variierbare Torten gebacken und probierend ausschnittweise verspeist. Da alle drei Varianten – eine Apfel-Marzipantorte, eine Mousse-au Chocolat-Variante und eine Nuss-Mandarinen-Nougat Torte – vergleichsweise gelungen sind, stellen wir sie hier vor. Sie sind natürlich zu kalorienhaltig, also höchstens ein Stück zum Frühstück, dann Carnitin und Sport, und bis zum Heiligen Abend keine Kekse ! Kekse haben wir dann gestern, am 23. 12. gebacken, versuchsweise mit küjnstlichem Zucker, entsprechend nicht sonderlich gelungen – auch mit viel zu viel Nuss....das Rezeopt also erst nach den notwendigen Nachkorrekturen.


Apfel-Marzipan Kuchen mit Ingwersahne


Vorgehen wie auf der Backmischungspackung beschrieben, wunderbar einfaches, sicheres Rezept. Wichtige Variante und Zusatzinformation: Den Boden erst ohne Äpfel zehn Minuten im vorgeheizten Backofen vorbacken, dann ist der Teig bereits luftig entwickelt, bevor die Apfellast sich auf ihn senkt. Der angebackene Boden kann noch mit Ahornsirup oder Ähnlichem bestrichen werden, Äpfel in nahezu beliebiger Menge und mit höherem Saftgehalt (süß, z.B. Jonagold) machen sich darauf gut. Ungeheurer Aufwand lohnt sich bei der Sahne für diesen Kuchen, die, da der Marzipananteil nicht zu hoch ist, noch perfekt dazu passt, ohne alles in reinen Zucker zu verwandeln. Die Sahne also wird mit Lebkuchengewürz, Zimt, Zucker und vor allem mit geriebenem Ingwer angereichert. Kann einige Tage im Kühlschrank stehen und schmeckt dadurch nicht schlechter, da sich die Gewürze wunderbar entwickeln. Im Tiefkühlfach wird die Sahne schnell zu Eis, niemanden muss man darauf hinweisen, dass angewärmter Apfelkuchen und Sahneeis einander so gut ergänzen, dass noch der ausgefeilteste Diät- oder auch nur Menüplan schnell über den Haufen geworfen wird...

Der Apsel-Marzipan Kuchen benötigt nicht unbedingt eine zusätzliche Dekoration, Schokoglasur ist vorgesehen, wird eine Art Drip-Painting, vielleicht dazu etwas Puderzucker? Oder Stipse der Ingwersahne?


Schokoladenkuchen

Die Backmischung für den Teig ist völlig in Ordnung, funktioniert auch perfekt. Natürlich steht auch hier der Ergänzung mit Zimt und Lebkuchengewürz nichts im Wege. Die Füllung ist, so wie in der Backmischung geliefert und nach Vorschrift mit Sahne ergänzt, auch bei bester Biosahne etwas zu greasy, also fettig. Man assoziiert in nicht so schöner Weise lieblos professionelle Sahnetorten aus Bisquitteig und geschmacksverstärkter, irgendwie verhärteter Fettschicht, also nichts Gutes.


Doch die Backmischung ist zu gut, um so zu enden. Deshalb empfehlen wir die Umwandlung in ein fantastisches Mousse au Chocolat, das diese Torte zu einem sowohl eleganten als auch ekstatischem Essvergnügen macht....Man nehme einfach schwach (!) entölten Kakao besonders edler Art, also z.B. aus einem Bioladen (Meringer Naturkostladen bietet eine 125 g Packung für nur 1,78 Euro an, 100 % Bio, preislich und qualitativ ideal !). Die Kakaoqualität entscheidet, ob die Transfiguration in Mousse au Choclat gelingt ! In keinem Fall einfaches, helles und vorgezuckertes Kakaopulver, das Schulkinder gerne trinken oder zumindest häufig serviert bekommen – das wäre wahrscheinlich noch schlechter als die vorgegenene Geschmacksmischung. Den edlen, schwach entölten Kakao schüttet man in einer solchen Menge in die Füllungsmischung aus der Schokokuchen-Tüte, bis diese farblich zwischen Vollmilch und Zartbitterschokolade liegt. Die Konsistenz ändert sich dadurch etwas, wichtig ist entsprechend auch, dass intensiv auf höchster Stufe gemixt wird, sodass das Mousse leicht und luftig wird. Es bekommt als zweifache Schicht im Schokoladenkuchen wieder eine etwas größere Dichte, wird aber nicht zu einer Fettscheibe, wie es sonst von der Füllung erwartet werden müsste.- Überflüssig zu erwähnen, dass man auch die Kakaofüllung mit Weihnachtsgewürzen etwas „aufmischen“ kann, auch eine Spur gemahlener Nelken muss nicht falsch sein, je nach Geschmack eben.


Den Kuchendeckel schließlich nicht, wie vorgeschlagen, mit der Füllungscreme bestreichen, sondern mit aufgelöstem Kandis anfeuchten und dann mit dem Kakaopulver überschütten. Sieht wunderschön aus und schmeckt fantastisch. Der Kuchen hat dann Eleganz, weil er in den Zutaten nicht zu variantereich oder „bunt“ ist, und schmeckt andererseits extrem intensiv, wenn bzw. weil das Mousse als geschmacklich eigenständige Füllung positiv auffällt.


Nuss-Nougat-Mischung

Hier haben wir am meisten experimentiert und gezaubert. Wieder ist der Nussbisquitteig sehr gut und sehr unproblematisch, wenn auch natürlich nicht den höheren Ansprüchen der antiallergischen oder gar biologischen Kochkunst gewachsen. Das leistet die Billigbasis unserer Torten eben nicht, dafür backt man damit leicht und schnell und vereinfacht sich auch den Einkauf von Zutaten.


Die Füllung für die Nussnougat-Torte haben wir etwas überraschend vielleicht, insbesondere mit Sojaflocken ! (aus dem Naturkostlasen) und mit Rosinen von ebendort ergänzt. Dazu natürlich etwas Kakao, wieder um die Qualität des Fettgehalts zu verbessern. Statt Margarine übrigens in allen Fällen nur beste Biobutter ! Die Rosinen wurden zuvor in Amaretto eingelegt, ein Schnapsglas insgesamt ist in unserer Füllung gelandet. Als Gewürz natürlich wieder Lebkuchen, Zimt, Nelken, außerdem noch ein Special: Mandarinensaft!


Die Nougat-Nuss-“Torte“ haben wir ohnehin in einen Saftkuchen umgewandelt: Als Besonderheit wurden die Böden mit aufgelöstem Kandis bstrichen und durchfeuchtet – das Kandis allerdings Karamel nah, zwar ohne Sahne (dann entstünden Karamelbonbons, nettes Nebenprodukt), aber schon wieder fast zäh – den Kandis also erst in etwas heißem Wasser auflösen, dann dieses so lange kochen, bis das „Zuckerwasser“ zähflüssig ist – sonst werden die Böden zu feucht und der Kuchen fällt auseinander. Die Böden sollen nur an der Oberschicht (!) gezuckert sein !


Die gezuckerten Böden werden gekühlt, bis die angefeuchtete Schicht der Böden weniger durchlässig ist, der Kandis also nahezu fest (er muss natürlich so verdünnt und aufgetragen sein, dass keine feste, undurchdringliche Karamelplatte entsteht – also nicht zuviel verwenden). Während der Kühlungsphase haben wir in Sklavenarbeit die einzelnen, winzigen Stücke von ca fünf Mandarinen ausgeschabt. Bitte keine Apfelsinen verwenden, sie werden bitter und sind geschmacklich für unser Vorhaben zu roh. Das ausgeschabte Mandarinenfleisch wird nun als zusätzliche Schicht zwischen Böden und Rosinen und Flakes enthaltener Füllung aufgetragen. Ist der geschmolzene Kandis gut genug geraten, wird er also auch noch quasi als Schutz über die Mandarinenfleisch-Schicht gegossen. Wieder kühlen und leicht erhärten lassen, dann die eigentliche Füllung aufhäufen und den zweiten Boden auflegen. Wer Geduld und motorisches Geschick beim Bödenschneiden hat, kann und sollte dieses Spiel zweimal machen, bzw. auf zwei Bodenhälften, die dann aufeinander getürmt werden. Der Deckel wird wieder ebenfalls mit dem aufgelösten Kandis gestrichen und/oder mit der Nougat-Schokoladenglasur verziert sowie mit Kakao eingepudert. Der Kuchen ist schließlich geschmacklich weihnachtlich, nicht zu süß sondern frisch und fruchtig und auch der Nussgeschmack des Bisquits kommt durch die Sojaflakes, Rosinen, Nougat und Mandarinen hervorragend zur Geltung. Eine echte Alternative zum trockenen Gugelhupf oder zum zentnerschweren Früchtkuchen,


Wer damit genug Schokolade um sich hat, kann aufgestylten Kaffe dazu trinken:

Der Kaffee selbst natürlich 100 % Arabica und 100 % Bio – ist in den richtigen Läden nicht mehr teurer - wird mit ein oder zwei Nelken angereichert, außerdem, je nach Vorliebe natürlich, gezuckert (künstliche Süße?). Die Milch macht's: Wir streuen einen gehäuften Esslöffel Eiweißpulver aus dem Fitnessstuido in die Milch, ca. auf 350 ml, idealerweise mit Schokoladengeschmack. Dazu (natürlich) zwei Nelken, Zimt und Lebkuchengewürz. Das alles wird mit einem Aufschäumer gemixt und aufgeschäumt, je nach Geschmack kann auch noch gesüßt werden. Der absolute Hammer ist der Klecks von unserer Ingewersahne auf dem Milchkaffee-Gemisch.



Favorit zum Anbeißen...Apfel-Marzipan mit Ingwersahne und gewürztem Milchkaffee.


Hm....und nun das Backen statt Essen einfach mal beenden...


Übrigens, noch ein witziger Tipp für Rosinenfans: Selbst Räucherlachs – nicht nur gebratener oder gekochter Lachs – schmeckt mit Bananen, Äpfeln, Curry, Rosinen und Puderzucker !!! (Nur Schwangeren? Weit gefehlt). Diesmal kommen wir zudem ohne Lebkuchengewürz und Kakao aus. Dafür trinken wir zum süßen Räucherlachs einen lachsfarbenen, zuckersüßen Bellini-Fruchtcocktail Die Idee, wenn die Meerrettichsahne einfach nicht grooved und man eben keinen Prosecco pur sondern so einen knallsüßen Cocktail geschenkt bekommen hat. Klar, dass wir demnächst Fisch plus Rotwein diskutieren werden....Schaumfüllung...mit Datteln und Wacholderbeeren?).


Ach ja...Fleischsuppen mit Gemüse oder reine Gemüsesuppen (Lauchs – Weizen - Tomaten Kombination gilt als geeignet zur Krebsprävention, falls mal gespritztes Gemüse unter unserem war, wenn auch gewaschen) werden übrigens aktuell nach der Obst-nach-Saison und Angebotsregel mit Avocado „gelöscht“ (statt mit ('zuviel') Sahne [ein Oxymoron?] )....Bioavocado, gereift, zur Zeit in unterschiedlichen Läden 99 Cent; ebenso auch die Datteln (bei Plus), die „alles enthalten, was der Körper braucht“, so im Fernsehen aus Köchinnen-Mund gehört - man soll mit Wasser davon leben können ! Schmecken. Trotzdem gibt es morgen zum Frühstück (bloß nicht abends !) erstmal Kuchen....oder doch Lachs mit Avocado-Quark - einfach anteilig zusammenmischen, etwas Salz, Dill-Kräuter vom Aldi und nahezu schaumig mixen. Lachs geräuchert, dazu noch etwas Avocado pur. Grüner Tee mit Ingwer und einen Artichocken-Drink...hm.. Übrigens die Kekse - sind mit Eiweißzusatzpulver aus dem Fitnessstudio (Schokoladengeschmack), etwas mehr Mehl, etwas Kaffeepulver und Vanillinzucker doch noch geraten. Da Süßstoff statt Zucker (100g) verwendet wurde, sogar kalorienreduziert. Die übrigen Bestandteile: 210 g Butter und 280 g Mehl, 100 g geriebene Haselnüsse. Gewürze: prise Salz, Teelöffel Zimt, Zitronenschale, Mark von zwei Vanilleschoten, Zucker zum Übersieben. Wir haben, wie gesagt, mit Eiweißpulver ergänzt und die Teigrollen zum Formen in einer Mehl-Kaffee-Vanillinmischung gewälzt. backzeit 190 Grad und 8 Minuten - bessere Erfahrung bei uns 140 Grad und 20 Minuten. Die Gefahr besteht, dass die Kipferl klumpen (dann etwas backpulver einmischen) oder zu pudrig sind (dann den Eiweißpulver oder Mehlanteil erhöhen) . Das kann am künstlichen Zucker liegen. (Wir haben außerdem pflanzliche Margarine mit Ökostern statt Butter verwendet, geht vielleicht nicht?..) kann also noch ausgetüftelt werden...Zum Schluss übrigens mit Puderzucker bestreuen, ist ja klar.



Es buk, fotografierte und schrieb: Ulrike Ritter für HERZERL.



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