EXTENSIONS, mehrfarbig, mehrlängig * JAPANESE STREET STYLE,


Harajuku, * und warum die MOD-BARBIE plötzlich so nett war.


Extensions – obwohl bei diesem Begriff selbst Wikipedia seine Leserinnen in die Irre führt - zum Beispiel in die Gefilde der naturwissenschaftlichen *Extensionen* -, bin ich sicher, dass man hier auf Herzerl.de sofort weiß, wie es gemeint ist.


Extensions soll man sehen – haben wir entschieden, im Gefolge der informellen Harajuku->Stylistinnen aus Tokyo, die über das Internet Styling-Orgien auf aller Welt hervorriefen. Haare müssen sowohl kurz als auch lang sein und mindestens (!) zweifarbig. Also unumgängliches Accessoire. Aber fangen wir an, wie alles beginnt, eher etwas langsam und langweilig....zwar werden wir nie so schön sein wie das rosafarbene Stoffschwein auf der Webseite des Harajuku-Shops www.onatoko.com, aber immerhin langhaarig geht und, soweit gewünscht, sogar langhaarig und blond, dem eingesteinerten Urbild entsprechend. Wir shoppen zuerst einmal bei ebay oder anderswo im Internet ein paar Haare mit so komischem Wachs am Ende...Extensions.


ARTIKEL ALS PDF File lesen: www.herzerl.de/extensions.pdf





Langhaarig = hübsch? Muss das denn alles echt sein bzw. echt sein ? Hier im Shop von www.haar-lady.de werden Extensions mit solider Qualität zum fairen Preis angeboten, die natürlich aussehen, aber alle Ansprüche künstlich-artifizieller Stylings erfüllen können – vom indischen Echthaar in Remyqualität und 1g pro Strähne bis zur durchgelockten Langhaarsträhne in den aktuellen Tokyo-Farben rot, blau, weiß, schwarz... Diese Angebote von Haar-Lady gibt es natürlich auch auf Ebay bei Haar-Lady.





Extensions sind Haarverlängerungen oder Haarverdichtungen, die man seit Jahrzehnten bei Friseuren für ca 200 bis 400 Euro in stundenlangen Prozeduren in die eigenen Haare schmieden lassen kann. Insbesondere aber sind Extensions die schönen Haarsträhnen in unterschiedlichster, auch gewaltiger Länge von 30 bis 60 cm, die man bei Ebay und in den dort präsenten Internetshops in unterschiedlichen Farben zu günstigen Preisen kaufen und sich selbst in die Frisur setzen kann. Durch diesen Niagara-artigen Kostensturz kann man in den letzten Jahren nahezu eine Art Schwemme von künstlichem Echthaar auf den Köpfen junger Mädchen und weiblicher Singles oder Selbstständiger sehen, die von kargem Taschengeld oder ohne Dispositionskredit, mit bereits belasteter Kreditkarte, ihren Kopf schmücken, als säßen sie ganztags auf den berühmtem Felsen am Ufer des Rheins....





Geben sich lobenswerte Mühe, Glanz und Gloria der allein aufgrund ihres Aussehens verurteilten „Hexe“ und Selbstmörderin "Lurelei" zu repräsentieren...

Fotos:

Waltraud Metz, Backstage-Loreleywww.loreley-backstage.de

Loreley Christine Kipping 2006 - 2008.jpg

www.loreley-touristik.de


Wie alt war Loreley, als sie dort lockte? Vielleicht 15 Jahre, jedes Jahr zehn Zentimeter, also eine Haarlänge in schimmerndem Blond natürlich, von 150 cm ! Das Symbolische - „NIE GESCHNITTEN ! - metaphorisch gesehen eine frechere Vorgabe als sie die Topmodels aus der amerikanischen Serie (montags bei Viva, noch eine Folge mit zwei Entscheidungen, samstags wird wiederholt) oder der deutschen, „Klum'schen“, darstellen. Doch ach, Loreley, vom selbstgewählten Geliebten verschmäht und dann noch aufgrund reiner Äußerlichkeiten als Hexe verurteilt – ein Aspekt ihrer Geschichte, den man häufig vergisst. Schließlich wurde sie noch Freitote, fast so schlimm wie der Tod im kirchlichen Höllenfeuer... zumindest in Clemens Brentanos „Zu Bacharach am Rheine“ * Das blonde Rheingold gehört eben nicht auf den Kopf einfacher Frauen? Zumindest nicht in ungehöriger Länge. Also auch damals schon: die Länge entscheidet. Mit den Extensions gibt es für das weibliche Model natürlich weit leichtere Hilfsmittel als für den verzweifelten Mann mit höheren Ansprüchen. Aber der ist nicht unser Thema. Wir haben ganz andere Probleme, wenn wir einmal davon ausgehen, dass die vom Friseur eingschweißten Extensions zu Wahnsinnspreisen eher OUT sind, dafür die „selbstgemachten“ Extensions ungeheuer IN.


Für die Schnellen und Praktischen, die hier nur schmökern, um zu erfahren, „wie's geht“, haben wir eine Art sehr knappe Kurzfassung zum Einsetzen von Extensions ins Eigenhaar im Web gefunden, - wenn auch nur mäßig instruktiv insbesondere daranhängend ein nettes Forum zum Ratschen über den Misserfolg oder Erfolg damit... wer weiß was - Forum & das Haarforum


und setzen unsere Tipps jetzt hier in die ersten Absätze.


  1. Extensions mit Endstücken aus Keratin zum Schweißen – sind allen anderen vorzuziehen. Zwar gibt es auch Extensions mit sogenannten Microrings, die man durch einen Ring an den eigenen Haarsträhnen aufzieht. Doch.... Man befestigt sie, indem man den Ring um Fremd- und Eigenhaar zusammendrückt – aber nicht ganz selten klappt das Wiederaufdrücken der Mikrorings nicht wirklich gut, noch viel häufiger blitzen die ziemlich häßlichen Metallringe durch die Haare. Sind sie zusammengedrückt, ist auch ein Nachlackieren mit einer stylishen Farbe – z.B. mit Gold bei blonden Strähnchen – kaum möglich oder zumindest sehr mühsam. Wir warten also brav, bis es wirklich elastische Mikroringe in schönen Farben gibt, die in den Haaren ruhig gesehen werden können. Erfinder, bitte lesen!


  1. Die Extensions zum Schweißen setzt man ein, indem man den Keratinstreifen am Ende der Strähne mit einer Wärmezange oder mit Ultraschall erwärmt und dann um eine Eigenhaarsträhne „klebt“. Jetzt aufmerken: Wir haben im Internet keine ! Erläuterung mehr gefunden, wie man die Strähnen in das eigene Haar hineinmanövriert. Selbst unser mitunter wie neu designtes, lifestylishes Yahoo musste passen, zumindest was die ersten Ergebnisseiten betrifft. Aber mit ein paar Handgriffen haben wir ein kurzes Showing – von Freundin zu Freundin versteht sich, nicht als professionelle Schulung ! - hingebastelt:

  2. Entfernen kann man das Ganze mit speziellen Entfernertinkturen oder einfach mit einem Nagellack, der Aceton enthält. Das Keratin zerbröselt, das Strähnchen löst sich auf. Wiederverwenden kann man so entfernte Extensions also eher nicht, obwohl man das Keratin in den Extension-Shops auch als Rohmasse kaufen kann. Die Haare glatt zu bündeln ist aber eher knifflig.

  3. Wo schweißt man an? Die professionellen Extensions vom Friseur werden quasi massenhaft (ca 250 Stück) ganz nah an der Kopfhaut an die Eigenhaare geschweißt. Sie bilden auf dem Kopf also eine Art Igelschicht, die anfangs nicht ganz angenehm ist, beim Schlafen stören kann und noch andere Nachteile hat: Sie verwandelt die Extensionträgerin in eine Art unberühbare Schönheit, eben der Loreley ziemlich ähnlich, eventuell ähnlicher als man möchte ???


Wir finden es daher nicht ganz unsinnig, eine Art NEW Street Style für Haarverlängerungen zu entwickeln. Die Grundprinzipien sind schnell erklärt: 1. Weniger Strähnchen; 2. Mehrfarbige Strähnchen, 3. Sichtbar fremdhaarige Strähnchen 4. unterschiedlich lange Strähnchen.


Weil die Eigenhaare unter dem Einschweißen der Strähnchen leiden könnten, nehmen wir 1 g Remy-Echthaar, möglichst indisches Echthaar, das sehr schön und qualitativ hochwertig, d.h. beständig ist und dick genug, um mit einzelnen Strähnchen schon eine Art natürliche Beschaffenheit der Frisur anzudeuten. Bei 1g Strähnchen muss man nicht, wie bei 0,5 g, unnötige Mengen Keratin in den Haaren verstecken – ohnehin empfiehlt es sich, die Keratinbondings an den Strähnchen um die Hälfte zu kürzen, bevor oder nachdem man die Strähnchen eingearbeitet hat. Andererseits sind die 1 g Strähnchen nicht so schwer, dass man nicht wiederum nur hauchdünne Eigenhaarsträhnchen verwenden dürfte, um die Extensions anzukleben – schließlich hat die eine oder andere vielleicht nicht den allzu üppigsten Schopf zur Verfügung.


Eine Reihe Strähnchen unterhalb des unteren Ohransatzes und rund um den Kopf, eine Reihe Strähnchen über dem Ohr rundum, schwupps, fast fertig. Hochsteckfrisuren bleiben so möglich, offengetragen sieht man durch die eigenen Deckhaare so gut wie nichts. Färben ist erlaubt und möglich: die Extensions machen einiges mit, halten ohnehin nur ca acht Wochen auf dem Kopf, lassen sich aber immer wieder durch neue ersetzen und ergänzen. Das Färben hat den Vorteil, dass auch die unvermeidlichen Keratinknüddel die Farbe annehmen und dann eben im Ton den Haaren komplett gleichen. Man muss ntürlich insgesamt so aussehen, dass niemand, der durch eine zufällige Bewegung solche gleichfarbigen Knüddelchen im Schopf entdeckt, auf Ideen kommt, die mit Insekten zu tun haben....ghhh°...


Absolut in sind die unterschiedlichst farbigen Extensions in Stufen, die im Japanese Street Style der sogenannten Harajuku Girls unentbehrlich sind. In der letzten Folge von American Next Topmodel haben die letzten vier Kandidatinnen diesen Stil kennengelernt, über das Internet grüßen Harajuku-Girls aus Miami die Japanese Street Girls in Tokyo, die kürzlich in der Street Fashion Week in einer Mischung aus Love Parade und „Jede ist ein Model“ mit den abgedrehtesten Klamotten aus der eigenen Maschine oder von den neuesten Japanischen Street Style Designern herumfreaken konnten. Die wirklich hippen Fotos – eigentlich sehen die Harajuku Girls aus wie arabische Süßspeisen – kann man auf Yahoo finden (ist eben doch die bessere Maschine):www.style-arena.jp * Linker Ad zum Underground Style, auch sonst quer surfen.


Mittlerweile finden eigentlich ständig irgendwo auf der Welt Harajukuparties statt, deren Videos auf U-Tube landen etc. Also strahlendes Blond ist irgendwie vorbei. London calls for colours, „Unkombinierbares zusammenstellen“ kombinierte Eva aus der AmericasNextTopmodel Serie - obwohl fast pummelig und kleiner als 1.70, vielleicht sogar nur 165 cm ?, wegen ihres schönen Gesichts jetzt das Topmodel ! - , vor allem bunt und kindisch, ist die Einsicht, die die Fotos aufzwingen. (Über Beige haben wir uns ja auch schon geäußert....)

www.harajukustyle.net







Aber die rosa-weiß gestreiften Accessoires – insbesondere Overknee-Socken – finden sich in den aktuellen japanischen Street Style Shops bereits nicht mehr. Unsere Fotos, die Interntgrußkarten und die Sendungsfolge von ANT sind also bereits out ! Nicht imitieren, stattdessen über die http://www.style-arena.jp die Bildergalerien und die Shops durchschmökern. Der Witz des Japanese Street Styles ist oder war gerade, dass die Fotografen nicht mit einer überforderten Kollektion und einem gestressten Profimodel im Studio oder einer komplett neutralisierten Location herumfummeln, sondern einfach so beim Flanieren durch Tokyo geile Stylings shooten, - das alles im Auftrag der neuen Street Style Magazine oder auf gut Glück beim nachträglichen Verkauf. Das Projekt läuft auf style-arena noch immer, und sieht mittlerweile fast wie ein konventioneller Katalog aus. Die schönsten Gummistiefel – die man nach der Eheschließung anstatt der Hochhackigen trägt – haben wir bei Omotesando gefunden (Bild links unten). Harajuku, Ginza et al. sind dagegen im hiesigen Herbst wieder ganz, ganz zurückhaltend.


Bei Harajuku finden wir vor allem amerikanischen Country-Style, wenn auch mit Buntem gemischt... naja, ist ja alles kein Muss (Wir distanzieren uns schon mal vor allem, was später noch Gegenstand unseres ständigen Herumgemotztes wird:), weil die weltweite Kommunikation, der Bocksgesang der FashionitInnen, noch eher kanonisch-mehrstimmig klingt, weniger romantisch-parallelharmonisch :)


Es bleibt aber unumgehbare Tatsache: Die Popularisierung und das häufige Wechseln der Haarlänge sind ein fast notwendiger Bestandteil der selbstgebastelten Extension-Frisuren, die man quasi tragen kann und tragen möchte wie eine Schleife oder Klemme im Haar, also als Frisurbestandteil eben, jenseits von den Fragen nach Natur oder Natürlichkeit, aber ohne sie nach der Party wieder aus dem Eigenhaar entfernen zu müssen. Egal, ob der Schopf plötzlich fällt oder sich als angeschweißt erweist – Extensions können bei modisch ungeschulten Männern für Irritationen sorgen. Finger weg (ohnehin) vom Gleichaltrigen (zumindest soweit es die küngeren Leserinnen betrifft). Der gerade der Pubertät entwachsene Schulfreund wird jeden Keratinkrümel verwenden, um sich gruppenweise mit Hohn und Spott zu vergnügen. Das kann einem/einer natürlich auch egal sein, wenn man etwas Neues durchsetzen will, muss man das eigentlich auch ignorieren können. Aber warum Zungenküsse mit solchen ...freaks?


Was die Künstlichkeit anbelangt, denke man an die Perückenkultur der Sechziger Jahre – bevor man die allgemeinen Hemmschwellen abbaut, sollte man sie erforschen – waren die vielleicht als eine Art Verhütungsmittel gedacht? Das man höchstens beim Gang ins eigene Ehebett ablegte? Die Hippie-Kultur der Siebziger von Männern forciert, die die bepillten, sexwütigen Mädchen darauf festnageln wollten, nur mit Originalteilen und -eigenschaften für sich zu werben? (Also quasi ungeschminkt und nackt?) Hm.... vielleicht nicht zum Fischfang verwenden, oder doch?


Schnell ein ernsthafter Blick in die Kulturgeschichte: 1965 beginnt der „Pillenknick“ in der Bevölkerungsentwicklung, d.h. auffällig weniger Babies. Man kann das (unter anderem natürlich nur) darauf zurückführen, dass sich die Pille zu diesem Zeitpunkt durchgesetzt hatte. Und schwupps – stehen die Beatles auf der Bühne (natürlich zum ersten Mal erfolgreich schon 1962 im Hamburger Star Club, noch von Perückenträgerinnen umschwärmt) mit sogenannten, sofort zum Markenzeichen mutierenden „Pilzköpfen“: junge Männer nicht mehr mit Soldatenfrisuren sondern boyisch, etwas natürlicher, einfach so von der Wurzeln runtergewachsen, wenn auch gekämmt. Und schwupps – ja, wir wählen uns Barbie, THE doll, als Vorreiterin und Symbol, denn wir wollen ja Massenkultur. Und tatsächlich behauptet Wikipedia, dass die Barbie 1967 von Jackie Kennedy (toupiert!) auf den englischen Mod-Style (Englische Mods: BEATLES! (et al.)) überwechselte. Es war sogar noch früher – 1965 ! Immerhin, wir befinden uns im eiskalten Krieg, da muss jedes Haar stimmen, auch die Durchsetzung der Pille im Westen hatte ja wesentlich damit zu tun, dass der Osten, insbesondere die DDR, damals mit ihren Emanzipationsbestrebungen angab, u.a. eben mit der Pille als Entlastung für die werktätige Frau. Also, Attraktivität, Sex ohne Schwangerschaft, ein absolut politisches Thema. Wie sah also die „Mod-Barbie aus? Wie das It-Girl, das alle gutfrisierten jungen Männer sprichwörtlich auf sich aufmerksam machen und an sich ziehen sollte?


Wir haben erst einmal bei einer im Guinnessbuch der Rekorde eingetragenen Sammlerin nachgesehen, wie sich Barbie stilistisch so entwickelt hat:





Jackie Kennedy Barbie*

Mod-Babie für Stones und Beatles-Fans *

70er Barbie mit Body-Hightech *

Malibu-Barbie *

Bilder und Infos von der Webseite:

www.bubblecut.de


Pünktlich zu Pillenknick und Westsex-Rausch im Kalten Krieg stellte Barbie also um auf „unkompliziertes Girl“. Barbies Haare wuchsen quasi innerhalb eines Jahres 40 cm. Die Perücken landeten im Schrank, wenn es sie denn überhaupt gegeben hatte???


Die Sommerbarbie in den Jahren von 1961 bis 1966 trug eine sogenannte Bubble Cut Frisur, den Fotos nach einen riesigen Wulst aus echtem oder künstlichem Haar, der den Unterschied zwischen Hut (vgl. Kennedy-Barbie) und hochgestecktem Haar vergessen ließ. Die Künstlichkeit der Haare war also – bis zur Mod-Barbie - noch kein Problem !


Ob Barbie Perücken trug und bis wann, erfahren wir nur durch ausführliches Durchblättern des wunderschönen Vintage-Barbiekatalogs auf den Seiten des Herstellers Mattel selbst www.mattel.com


Die Bubble-Cut Barbie ansehen:

www.barbiecollector.com *id=1002132*


Die 1961er Barbiepuppe trug einen schwarz-weiß gestreiften oder roten Badeanzug mit passenden schwarzen Schuhen, weißer Sonnenbrille und Perlen-Ohrringen. Veränderungen betrafen die Figur und die Gesichtsfarbe, der Ton war etwas dunkler als bei der Jackie Kennedy Barbie der 50er, außerdem experimentierte man mit Ölglanzeffekten. Die Bubble-Cut Frisur – die Nachfolgegeneration kennt sie vielleicht, ironisiert, von den „B52“ - ist noch offenherzig komplett künstlich, fast wie eine russische Pelzmütze – ultraschick zum roten Badeanzug, aber doch viel zu unbewusst ostaffirmierend für eine echte Westsex-Barbie. Trotzdem ist der Bubble-Cut vielleicht als eine Art Versuch zu sehen, die komplette Austauschbarkeit, die mit Perücken verbunden werden kann, gegen ein forciertes, natürliches Individualitätsgefühl einzutauschen. Denn Recherchen beweisen:


Barbie trug Perücken, und zwar genau bis 1965 ! Fast jede Sommerbarbie hatte bis zur Mitte der 60er Jahre noch verschiedene Komplettfrisuren im Handgepäck! Selbst wenn sie sonst nur einen Badeanzug trug.


www.barbiecollector.com *id=1002157

Miss Barbie Original Swimsuit #1060, 1964.

Die Miss Barbie von 1964 konnte ihre Beine schwingen und die Augen auf- und zuschlagen. Neben der eher dürftigen Bekleidung mit einem Badeanzug hatte sie drei Perücken im Gepäck: eine Titian-farbene, eine blonde, eine braune. Die Perücke war also sogar fast so selbstverständliches Zubehör wie der Badeanzug oder ein zweites Paar Schuhe.



www.barbiecollector.com * id=1002191 Fashion Queen Barbie® #870 Original Outfit, 1963

Auch die Fashion Queen von 1963, die den Badeanzug der Miss World- Gewinnerin trug, hatte drei Perücken im Suitcase, ein offenbar obligatorisches Accessoire in dieser Zeit.









www.barbiecollector.com *id=1002272 Color Magic Barbie® #1150 Original Swimsuit, 1966

Im Vergleich dazu war die 66er Barbie nicht nur wunderschön sondern auch technisch durchgestylt. Die Sonnenbräunung konnte man einstellen, die Barbie an sich vielfach bewegen, sodass nahezu ein Beiheft erforderlich wurde, und die Frisur selbst verändern. Perücken mussten von nun an draußen bleiben !


1967 war Barbie dann einfach langhaarig und in maßvollem Bikini bauchfrei verpackt, wieder nahbar , süß und nett, everybody's girl eben. ..:

www.barbiecollector.com * id=1002338 Barbie® Doll #1160 Original Swimsuit, 1967


Die Mod-Barbie, also die potentielle Pilzkopf-Fruendin, sah dann ebenfall perückenlos schön aus: lange blonde Haare – man konnte auch Puppen mit braunen Haaren oder dunkelbraunen kaufen - , tolle Figur, natürlich die Fashion etwas schicker. Statt Perücken wurde die ganze Puppe mit unterschiedlichen Haarfarben angeboten. Perücken also – schlagartig komplett out ! :

www.barbiecollector.com *id=1002406 Mod-Barbie


Die Perücke fiel 1965 vom Kopf, die Mod-Barbie war betont jugendlich und unkompliziert, die Kleider geeignet, sie schnell von sich zu werfen und so, dass sie auch mal auf oder unter einer Parkbank liegen gelassen werden konnten, ohne dass man Milliardenverluste zu beklagen gehabt hätte. Und...sie trug tatsächlich echtes Haar, wenn auch nicht auf dem kunstvollen Kopf sondern um die Augen herum, „echte Wimpern“. Also, wie immer und alles, paradox genug, denn als Barbiewimper ist die Naturhaar-Wimper zwar ein Natürlichkeitssignal, aus der Perspektive dessen, der in seinen Armen keine Überraschungen erleben möchte, aber doch echtes „Fremd-“Haar, irgendwie vergleichbar mit den heutigen Perücken: ein Schritt weg vom reinen Untouchable - Styling hin zum schnellen Sex, mit einigen Fallstricken und kleinen trompe d'oeuils für den naiv der Natur vertrauenden Mann...


Die 71-Barbie erstaunt mit ihren Styling im Stil der Otl Aicher'schen Informationssysteme im neuen Münchner Olympiastadion von 1972...schrecklich schlicht, zumindest aus der wieder aktuellen Perspektive des Japanese Street Style. Sehr schick ging es eher um 1969-1970 zu, man sieht, dass der angeblich so schreckliche, mit den 68ern aufkommende Feminismus auch seine Vorzüge hatte, gegenüber dem FastF..ck-Modell der 60er ist die Siebzigerin eher beeindruckend: eine, die ihre Hände so gut bewegen kann, dass sie sogar Jobs bekommt, in denen sie sprechen darf ! Um sich dann wieder Haute Couture zu kaufen – geil !! (Wir entschuldigen uns innigst, falls jemand ob der zynischen Untertöne Herzschmerzen bekommt).


Aber wir haben ja im Moment auch viel wichtigere Ziele, Leserinnen eben, gleich welchen Alters und vorläufigen Aussehens: Die Modelsendungen mitverfolgen, Ideen für eigene Stylings entwickeln, Outfit und Gesundheit optimieren, Hollywood ins eigene Haus und Land holen eben, möglichst ohne die amerikanische Schönheitsoperation als unzuverlässiges Allheilmittel. (Fettabsaugen z.B. ist wirklich dösig, der Vorwurf, ähnlich wie bei der Low-Carp Diät mit Eiweiß und Fett ohne Kohlenhydrate, berechtigt, dass kurz nach dem Absaugen oder Abnehmen die Pfunde wieder herbeipurzeln). Die Fitnessstudios sind ja schließlich schon optimiert daraufhin, für einen möglichst gezielten Effekt möglichst wenig Anstrengung empfinden zu müssen, geschweige denn körperliche Schmerzen oder Unwohlsein. Das Joggen oder Walking im Grünen ist ebenfalls in seiner Wirklung unterschätzt, wer alles kombiniert, kann sich auch blitzschnell auf ein wirklich fettabbauendes, kalorienreduziertes Programm einspielen. Und sonst halt laufen, in gehöriger Distanz zum Straßenverkehr auch mal tief durchatmen und so die Falten beseitigen (systematische weitere Tipps dazu in unserem nächsten Special). Also, durch Joggen z.B. entsteht die berühmt-begehrte Lücke oder sprichwörtlich „Verjüngung“ des Oberschenkels direkt unterhalb des Pos, die das Bein optisch um mindestens fünf Zentimeter verlängert und nicht nur auf den ersten Blick „Dünn, dünn!“ signalisiert. Ein Muss für das Prädikat, „Kann alles tragen“ (jede noch so verschnittene, aber herabgesetzte Hose z.B.).


Gutt...also, Kontinuität, Kostensenkung und Professionalisierungschance unseres Stylings sollte man sich nicht vom Partner vermiesen lassen. Klar, wenn man Fernsehberichte über Kalkutta und den dortigen Sextourismus, die Verarmung und die Wohnverhältnisse sieht, fragt man sich schon, was in der Strähne, auf der man gerade abwesend herumknabbert, alles steckt... Aber als Prostituierte im Sexbusiness wird man seine langen Haare wohl lieber behalten wollen – aus ökonomischen Gründen – und auch die Friseure oder Vertriebsagenten, die mit Extensions und Artikeln um diese herum seit Jahrzehnten umgehen, achten schon aus Konkurrenzgründen und wegen der primär professionellen Abnehmer mit ihren Innungen und Handwerkskammern als ständigen Kontrollbehörden nicht nur auf Qualität sondern auch auf gewisse Reinheitskriterien.

Insbesondere schützt die goldene Regel, „to prefer blondes“ (oder zumindest aufgehellte Farben) – denn das indische Haar ist natürlicherweise schwarz – wie unbehandeltes „Tempelhaar“ auch immer sein mag, es wird spätestens in Europa entfärbt und wieder neu eingefärbt. In winzigen Strähnchen gebündelt ins Paket für die Endkundin kommt es so, nachdem mit der Natürlichkeit des Haares auch alle, bis auf die genetischen Erinnerungen an die ursprüngliche Besitzerin quasi verätzt sind. Im Vergleich mit dem deutschen Trinkwasser, dessen Bakteriengehalt zwar durch Chlor ersetzt wird, das aber dennoch noch Spuren von ausgeschiedenen (!!!!) Antibiotika und anderen Medikamenten enthält – und so für Kleintiere und Babies schier ungenießbar bis lebensgefährlich ist – sind die Haare der obdachlos-prostituierten Inderinnen in ihrem Endzustand strenggenommen sauberer. Foto: Bildergalerie von www.ced-online.de


Solche Haare mit der hochwertigsten Qualität heißen „Remyhaar“ oder „indisches Tempelhaar“. Obwohl sie den indischen Frauen nicht abgekauft werden. Diese lassen sich als Pilgerinnen die Haare, im Idealfall gemäß des regulären Handels, als heiliges Opfer im Zieltempel ihrer Pilgerwanderung abschneiden. Sie müssen dafür sogar noch eine kleine Gebühr zahlen.

Dennoch: In Indien schafft dieser Frisuren-Markt und -Welthandel Arbeitsplätze mit erträglichen Stundenlöhnen. Das Extensionsfieber in Europa kann also zu Fug und Recht als sozial gelten!

Der NDR ist dem Trend bereits Anfang vorigen Jahres nachgegangen und hat in Indien recherchiert, die Wege der Strähnchen von Indien bis nach Cannes etc. sind noch zusammengefasst im Netz zu sehen, auf derselben Seite auch viele informative Links: www3.ndr.de


Sicher, es hat eigentlich etwas Intimes, mit den Haaren von anderen Menschen in Kontakt zu kommen, - vom Friseurbesuch abgesehen. Die Haare eines Freundes oder einer Freundin um die eigenen Finger zu drehen oder einfach anzuknabbern, setzt eine gewisse Intimität und Distanzlosigkeit voraus, eben Sympathie, ist von einem (eigentlich auch schon unhygienischem ) Händeschütteln weit entfernt. Aber in solchen Fällen hängt an den Haaren ja auch der komplette Körper, der dann, zumindest im Fall eines Partner, ja auch immer gleich umzukippen, dem Haardrehenden entgegen zu fallen droht. Oder auch grimmig wegzumuffeln...


Auch mit den eigenen Extensions entsteht die Vertrautheit, die uns den Unterschied zwischen fremd- und eigen vergessen lässt, erst ganz allmählich. Quasi, wie bei Müttern gegenüber leicht erziehbaren Kindern, mit der steigenden Frisierbarkeit und Natürlichkeit, sobald die Extensions durch Haarwäschen und Frisurenstyling nicht mehr strähnig sind, sondern sich quasi in das Eigenhaar hineingewirkt haben: Man weiß, wie oft man sie gewaschen und mit halbhitzigem Wasser stundenlang ausgespült hat (dauert bei gesunden, dicken, langen Haaren sehr, sehr lange, Vorsicht !) und fürchtet entsprechend nicht mehr, dass Spuren ferner Länder und ihres sozialen Elends in der äußeren Schuppenschicht der Strähnchen krankheitsbringend lauern. So nebenbei, sind sie und das emotionale Verhältnis zu ihnen auch ein Stück exemplarische Integration des „Fremden“, exemplarisch für soziale Strukturen allgemein.



Vielleicht aus diesem Grund haben die armen Ersatzteile auch in sehr vernagelten Kreisen das Image, insbesondere von Prostituierten eingesetzt zu werden, vergleichbar mit Schuhen jenseits der acht Zentimeter Absatzhöhe oder mit Plateau, aber ohne Prada-Etikett. Ist es die Ehekette, die der Vermutung nach Prada-Käuferinnen irgendwo (versteckt) anhängt? (Eben wegen der notorischen Verweigerung gleicher Stellenbeschreibungen und -gehälter?). Andererseits weiß doch jede von ihren besten Freundinnen, dass mit dem Brautkleid auch die Hochhackigen (in der Regel) gegen Haus- und Turnschuh, wenn es hoch kommt, Gartenstiefel von Laura Ashley oder Burberry – gerade schrill in, z.B. bei INStyle zu finden -, ausgetauscht werden. Wer Plateau ohne Ring trägt, tut's vielleicht aus Liebe? (Zum hohen Schuh natürlich, oder zum eigenen Bein o.ä.). However - wer bei solch albernen Katechismen gegen den geschickten Luxus und die Mode mitspielt, wird sich auch jenseits des ökonomischen Zwangs immer als unzureichend empfinden gegenüber den Fantasien, die von FotografInnen und DesignerInnen auf Modenschauen und in Zeitschriften als zu erreichendes Ideal inszeniert werden – und wie wir alle wissen und neuerdings auch im Fernsehen mit gesteigter Aufmerksamkeit sehen, erreichen „wir“ diese Ideale ja im Prinzip wirklich, wenn auch geschmükt oder geschminkt. Nur „dürfen“ wir das eben nicht – können es aus praktischen Gründen nicht ununterbrochen, „dürfen“ es manchmal aber auch ganz und garnicht – eben weil neben der Idealkultur eine des Verbietens und Erlaubens herrscht, die das Erreichen solcher Ideale untersagt. (Das kann in Einzelfällen auch für selten schöne Männer gelten, die keine Designerhöschen tragen *dürfen*, ohne zuviel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken oder - schlimmer ? - als schwul zu gelten und damit schlimstenfalls aus dem gewünschten Aufmerksamkeitsschema herauszufallen...)


Exemplarisch hierfür immer wieder der Fall „St. Pauly“, - wie man vielleicht noch weiß, eine ehemalige CSU-Politikerin, die durch die Aufdeckung eines Abhörskandals innerhalb der Partei und als Landrätin politische Popularität erlangte und in diesem zeitlichem Kontext einer Zeitschrift zusagte, ein paar schicke Modelshots von ihr zu drucken. Die Zeitschrift titelte – ja nun witzig - „St. Pauly“, weil die Motorradfahrerin mit „Latex-Handschuhen“, hohen Stiefeln etc. fotografiert worden war – angeblich alles an Dominas erinnernd. Die Fotos selbst furchtbar harmlos, aber ein Skandal, der viel höher gehandelt wurde als der Einblick in das Orwell'sche Bayern: „Nach diesen Bildern“, so der Moderator Beckmann im Gespräch mit Pauly, der kurz danach in Jauchs Starquiz den Eindruck seiner nicht allzugroßen intellektuellen Kompetenz bestätigte und auch im Abitur nur eine Drei hatte, „würde sie von niemandem mehr ernst genommen“. Wie unser „Foto“ - ein Screenshot des Fotos des Fotos zeigt, trug Pauly auf diesen Bildern SELBSTVERSTÄNDLICH auch lange Haare, wunderschöne rotbraune Extensions!



Die damalige CSU (wir vermuten, dass die Politikerin aus Gründen der Regionalromantik und, als Unternehmerin, aus arbeitsrechtlichen Überlegungen CSU-Mitglied war)-Kreisrätin integrierte sich mit diesen Bilder also auch freundlich in den Kreis der sozialen Spenderinnen und fürsorglichen Europäerinnen, die nicht (nur) über kirchliche Organisationen an arme Frauen in der Dritten Welt denken. Können Hollywood, IMG, MGM und die Londoner DVD-Gelatine (die Nachfolgerin des Vinyls quasi :) ) das insgesamt vielleicht sogar besser? ! Zumindest die Verankerung im „Jung“-Sektor scheint diese Szene vor der Pädophilie zu schützen, mit der kirchliche Entwicklungshilfe mitunter unerträglich für sich wirbt – man sehe nur die Portalseite der Christlichen Entwicklungsorganisation an, mit einer „süßen“ kleinen Inderin mit großen Rehaugen, nahezu als Logo (kreischt „hol mich doch bitte ab, Daddy....“)

www.ced-online.de


Unheilbare kulturelle Schizophrenien auch im Vorwurf Beckmanns an Pauly, sie würde mit „solchen“ Fotos entsprechende „Fantasien“ anregen. Und Infamie bei Günther Jauchs Promoquiz, der die ehemalige weibliche Krankenschwester, die auch noch als Pornostar Erfolg hatte, keine Million gewinnen lässt, sondern ihr lieber kurz vor Ziel die Sicherheit raubte, - bis sie halbfreiwillig aufgab! Also, Fantasien, und ihre Anregung. Uns, also die „Mädels“ oder „Omis“ darf man befügeln, Angstfantasien bitte. Oder noch besser: Angstbehauptungen. Wer dann so herumzittert, regt richtig an, andere Varianten, bitte eher nicht. Man bedenke das Umstylen der Barbiepuppe – das unkomplizierte Mädchen hat natürlich immer mal wieder Angst vor irgendetwas und projiziert somit berechenbar. Die angeregten Fantasien genau richtig: Ich Retter, du dumm. Das ist es ja genau. Welche will das schon?

Die Pauly-Reaktionen bewiesen: unsere kulturelle Umgebung schließt es quasi aus, dass Frauen auf Fotos nicht danach gemessen werden, WELCHE Fantasien sie evozieren. Erlaubt ist eben das unkomplizierte Mädchen, auch wenn es alle langweilt außer dem ängstlichen Mann. Worauf Styling und das täglich Striegeln von Haut, Fell und Gefieder hinauslaufen ist vielmehr gerade: verschiedenste Fantasien anzuregen, von der, lieb und nett zu sein, bis zu der, die kühnsten Abenteuer täglich zu erleben. Furchtbar werden solche Kommunikationssysteme immer dann, wenn ausgehend von wem auch immer („die Medien“ sind es nicht !) Regeln der Selbstinszenierung so starr werden wie in der Zeit des Hitlergrußes (etwa durch das Einschwören auf ein bestimmtes Unternehmen, Produkt etc.).


Offensichtlich ist es auch, dass die bei uns herrschende mediale Vielfalt einschließlich des Internets solchen Ordens-, Verbots- und Gebotsregeln immer erfolgreicher zuwiderläuft. Denn das Geld, früher ein unumgehbares Druckmittel, wird immer unwichtiger, wie sich auch am Beispiel der Extensions zeigt; und die Kenntnis von Alternativen, die die Bereitschaft zum stumpfsinnigen Gruppentum einschränkt, wächst ebenfalls durch die vielbeschworene Globalisierung unserer Kultur immer mehr. Und zum Dritten...“anonymes“ kaufen, wie früher nur über dröge Kataloge möglich, von allem und jedem im Internet, schafft auch eine Erreichbarkeit von partiell negativ besetzten Dingen, deren kulturelle Kodierung ([es hört gleich auf...., - nur so als Beside für die kulturtheoretisch weniger interessierten LeserInnen]) dann umgeformt werden kann und blitzschnell verändert wird – wie ebenfalls an Schuhen, Dessous, Extensions etc. ursprünglich nur in Sexshops erhältlichen Modeartikeln jeder Art, ersichtlich.


Kein Wunder also, dass Bayern, das Bundesland gegen die Integration, in dem Zugezogene meistens (nicht immer!) wohnen, weil sie sich im Norden bzw. „außerhalb“ (Bayerns) von „Ausländern“ übervorteilt fühlten oder von weiblichen Kolleginnen, nur innerhalb eigentlich traditioneller Rollenmodelle wie Modeling und Unterhaltungsindustrie auch geniale Querschläger und Explorer neuer Systeme zulässt, wie ProSieben Gina Lisa als Queen of the Internet und Model mit Extensions, Prostitutionslook-Vorwurf und Erfolg. Das Internet dagegen, das, quasi nachweislich und prototypisch an Gina Lisa (Frankfurterin) und ihren Extensions natürlich, Selbstentwürfe zulässt, die sich nicht auf Hecheleien im mühsamen Nachfolgen von unerreichbaren Idealen beschränken, wird im Bondageland Bayern gefürchtet oder reglementiert wie Pest und Vogelgrippe.

Bunt und süß wie japanisch-arabische Süßspeisen, im Miou-Miou oder Jean Seberg Stil – der Colourfashion Street Style nur noch oral getunte Fantasie?


Übrigens: Die Extensions, die Klum zwar fast jedem ihrer Models von den „Profis“ verpassen lässt, wurden aus Gina Lisas Schopf ja in einem fast schon gewalttätigen Akt – eine Art Meerschweinchenkastration – entfernt. Gina Lisa, danach mit einer echt langweiligen, zu ihrer eher üppig weiblichen Figur vollkommen unpassenden Kurzhaarfrisur geschlagen, wartetete auch nur den Mindestzeitraum von ein paar Monaten Haarwachstum ab, um sich wieder mit neuen Extensions – einer loreley'schen, blonden Pracht – ausstatten zu lassen. Und sieht jetzt wieder super aus.


Naja, und tausend andere Geschichten...


Noch tIPPS:

Für Händler und Todesmutige: http://www.hairs-and-more.ch/

Sarah Sink Eames: Barbie Fashion Vol. 1 und Vol. 2

Für euch gesurft: Ulrike Ritter